Ich freue mich, dass das Modul Personal Agility im CAS Agile Organisation gemeistert ist. Die ersten Rückmeldungen der Teilnehmenden erreichen mich. Die Teilnehmenden unterdessen reflektieren fleissig auf ihrem Blog CAS Agile Organisation. Genug Distanz, um selber eine Reflexion zu wagen.

Das Modul hatte eine bewegte Geschichte. Es startete, um eine möglichst Breite der Selbstoptimierungswerkzeuge zu vermitteln, hier und da einzelne populäre zu vertiefen. Punkt. Agilität als Werkzeug – bloss aufs eigene Leben übertragen. Doch vor allem dank der agilist.community haben wir Werkzeuge und Methoden totalst in den Hintergrund gerückt.

Werkzeuge und Methoden sind erlernbar, tausendfach im Internet beschrieben. Man kann beim Zmittag, Kaffee oder am Event problemlos sich darüber unterhalten, wie man zum Beispiel getting things done umsetzt. Das ist ganz harmlos. Das kann man überall und muss man vor allem nicht in einem CAS bereden.

Den seltenen Moment der allgemeinen Empfänglichkeit wollte ich stattdessen für Fragen der Haltung und des Verhaltens nutzen. Ich wollte einen Raum sichern, wo die Teilnehmenden sich spontan vertrauen und somit ihre Zweifel, Vorbehalte und Kritiken erst anvertrauen. So die Vision – ich lediglich als Moderator und Stichwortgeber, falls notwendig.

Soweit die Vision. Denn ich konnte die Vision nicht so wie gewünscht umsetzen. Ich war und bin nicht zufrieden. Zeit also für eine Retrospektive

Was lief schlecht?

Ich habe versäumt, das Lernziel zu kommunizieren. Manche Teilnehmenden haben mich ans Lernziel erinnert.

Das gesamte Modul hat nicht die besonderen Wertesysteme und Wertebedürfnisse von einzelnen Agile Rollen berücksichtigt. Also der direkte Bezug zur agilen Entwicklungswelt war daher ziemlich schwierig. Deswegen waren die Module auch zufällig ausgewählt.

Ich hatte in Summe zu viel Redezeit. Ich war manchmal bemüssigt, etwas „richtigzustellen“, obwohl ich eigentlich nicht müsste. Es ist eine Plattform der Teilnehmenden und nicht der Dozierenden.

Alle Themen wurden oberflächlich behandelt. Wir konnten in keinem Thema abtiefen. Jetzt hat mal einige Methoden und Werkzeuge mal aufgeschnappt – was nun? Wird man sie praktizieren?

Bei der Spiral Dynamics Integral (SDI) Simulation war die eigentliche Simulation zu lange, der Mehrwert bietet die Simulation nämlich nicht in der Simulation, sondern in der nachträglichen Reflexion, die wir aber kürzen mussten.

Der erste Block ist auch qualitativ in den einzelnen Themen verbesserungswürdig, wobei wir zunächst entscheiden wollen, ob wir alle Module weiterhin benötigen.

Die Handouts – das funktionierte nicht, entweder war ich zu knapp dran oder der Ausdruck war nicht gemäss Anforderungen.

Was lief gut?

Die Teilnehmenden waren allesamt engagiert, kritisch und motiviert; sie übertreffen sich in ihren Blogs. Das begeistert mich – ist aber auch nicht mein Verdienst.

Ich glaube, das ganze Modul mit den drei grossen Blöcke war ok und abwechslungsreich, im Grundmuster also stimmig.

Die angestrebte Mischung aus viel Diskussion, persönliche Erfahrung und wenig Frontalunterricht empfand ich als angemessen.

Was kann verbessert werden?

Das CAS heisst Agile Organisation, also sollten wir die Teilnehmenden auf die zukünftigen Rollen einer Agile Organisation vorbereiten. Und also sollte das Modul Personal Agility das unterstützen – und nicht ein allgemeiner Selbstfindungskurs sein.

Die einzelnen Themen sollten so in eine Komposition angereiht werden, damit sie die Bedürfnisse der Rollen einer Agile Organisation entsprechen.

Die Dozierenden sollten mehr moderieren statt dozieren.

Nächste Durchführung

Das CAS Agile Organisation ist noch sehr aktuell. Ende Januar haben wir einen Konvent, das ist unsere kleine Konferenz, wo die Teilnehmenden ihre Arbeiten und Erkenntnisse resümieren. Und wo sich alle Dozierenden nochmals treffen können. Ich freue mich. Ich freue mich natürlich auch auf die nächste Durchführung. Ihr könnt euch hier bereits anmelden.