Als Agile Coach bin ich immer wieder mit Aufwandschätzungen in den Teams konfrontiert. Also Aussagen über Aufwände in der Zukunft. Diese Aussagen basieren meist auf Annahmen. Annahmen, weil viele der dazu notwendigen Arbeiten und Tätigkeiten vorher noch nie gemacht wurden.

„Wie wir alle Wissen, sind wir Menschen nicht besonders gut darin, die Zukunft vorauszusagen“.

Seit ungefähr 13 Jahren fahre ich fast denselben Arbeitsweg. Nichts spektakuläres, ohne grosse Überraschungen:

  • keine Autobahn
  • nie Stau
  • das meiste Überland

und das in ungefähr einer halben Stunde. Halt so ein unspektakulärer Arbeitsweg, eine Routine-Tätigkeit!

Nun gut, aber was haben die Aufwandschätzungen mit meinem Arbeitsweg zu tun? Auf den ersten Blick nicht viel, da ich meinen Arbeitsweg schon über 5500 Mal abgespult habe und ein Team eine Aufwandschätzung für eine bestimmte Anforderung nur einmal abgibt.

„Da wir uns bei den Aufwandschätzungen schwer tun, bin ich davon ausgegangen, dass zumindest Schätzungen über Routine-Tätigkeiten sehr präzise abgegeben werden können!“

Hmmmmmm, stimmt das wirklich?

Und nun wollte ich es wissen:

  1. Welche Aussage kann ich über etwas treffen, dass ich in- und auswendig kenne?
  2.  Wie gross variiert diese doch eher deterministische Routine-Tätigkeit (Arbeitsweg)?
  3. Wenn ich meiner Frau ein Versprechen abgeben müsste, immer um 18:00 Uhr die Eingangstüre zu durchschreiten, wann müsste ich den losfahren? Und mit welcher Garantie?
  4. Wo liegen die Ausreißer und was waren die Gründe?
  5. Was können wir aus diesen Erkenntnissen für die Aufwandschätzungen lernen?

Um dies herauszufinden habe ich während vier Monaten ein Experiment durchgeführt:
Ich habe die Dauer meines Arbeitsweges von Tür zu Tür gemessen (36 Messpunkte) …

… die Erkenntnisse werde ich demnächst posten.